SpVgg. 1912 Dautphe e.V.
.

Seitenaufrufe :

Relegationstrauma glanzvoll besiegt FUßBALL Die SG Dautphetal kehrt zwei Jahre nach dem Abstieg im “Nachsitzen“ in die A-Liga zurück                      Die Kicker der SG Dautphetal bejubeln nach dem 4:1-Sieg im Relegations-Rückspiel gegen Gladenbach II den A-Liga-Aufstieg: (hinten, von links) Tim Schumann, Florian Schneider (Vositzender TSV Mornshausen), Maximilian Metzger, Jonas Köhl, Niklas Assmann, Johann Tissen, Stefan Schmitt, Lorenz Müller, Alex Hof, Dennis Sartison, Dennis Burk, Daniel Gerlach, Soner Keloglu, Sascha Gerlach, David Bernhardt, Lukas Dinkel, Manuel Freund, Florian Schmidt, Tarek Rein, Frank Damm Fan); (vorne, v. l.) Herwig Wege, Fritz Pfeiffer (Vorsitzender SpVgg Dautphe), Nils Tom Schneider, Marc Reifferscheidt, Jannik Rosenstengel, Jan Marius Metzger, Daniel Burk, Benjamin Großmann, Jonas Schmidt, Benedikt Kovacevic, André Neumann, Norbert Vieregge (Fan).  ( Foto: Jens Schmidt ) DAUTPHETAL In Mornshausen und Dautphe denkt man mit Grausen an den 9. Juni 2015: 1:8 ging die SG Dautphetal im Relegationsspiel in Rauischholzhausen unter, stürzte aus der Fußball-A-Liga ab. Zwei Jahre später ist der Wiederaufstieg geschafft – dank eines 4:1-Siegs in der Relegation. „Ich war damals beim Spiel in Rauischholzhausen dabei. Beim 3:1 bin ich weg. Diese Dautphetaler Mannschaft hätte ich so niemals übernommen“, erinnert sich Horst Klein. Zu Beginn dieser Saison aber heuerte der 64-Jährige bei der Spielgemeinschaft des TSV Mornshausen und der SpVgg Dautphe an. Als Aushilfscoach für die Vorbereitung. Die Verantwortlichen der SG kannten den Mann nicht, der nacheinander die C-, B- und A-Junioren von Eintracht Stadtallendorf in die Hessenliga geführt hatte. Sie vertrauten einzig und allein der Empfehlung ihres Jugend-Coachs Ingo Jesberg, einem Arbeitskollegen Kleins. „Wir wollten keinen Trainer aus den eigenen Reihen“, erklärt Fritz Pfeiffer, der Vorsitzende der SpVgg Dautphe und gesteht: „Keiner hat gewusst, wer da kommt. Wir wollten erstmal sehen, ob es passt. Nach fünf Wochen wussten wir: Es passt! Horst Klein macht ein super Training. In der Mannschaft herrscht Disziplin und vor allem wird wieder miteinander geredet“, betont Pfeiffer, was für ein Glücksgriff die SG getan hat. Doch was hatte den Trainer bewogen, ein Engagement in einer Gemeinde anzunehmen, von seinem Wohnort Ronhausen rund 30 Kilometer entfernten liegt. „Fußball ist mein Leben. Es hat mich gereizt, mit jungen Spielern zu arbeiten“. Und die haben sie bei der SG zur Genüge. Allen voran ist hier Benedikt Kovacevic zu nennen, der die A-Jugend des JFV Hinterland 2015/16 zum Grup-penliga-Aufstieg geführt hatte und bei seinem neuen Seniorenklub schnell zum Leistungsträger aufstieg. Und noch etwas war Voraussetzung für die Zusage Kleins: dass die SG André Neumann als spielenden Co.-Trainer verpflichtete. „Denn Klein und Neumann gibt's nur zusammen!“ Hinter diese Aussage setzt der Chefcoach ein dickes Ausrufezeichen. Der 32-jährige und sein doppelt so alter Mentor haben fast schon ein Vater-Sohn-Verhältnis, seit Klein den Amöneburger Jungen zu den Offenbacher Kickers holte und bereits als 14-Jährigen in der von ihm trainierten A-Jugend des OFC einsetzte. Als Gespann hatten sie in den letzten Jahren bereits in Bürgeln und Amöneburg erfolgreich zusammen gearbeitet. Dass sie in Dautphetal ein hartes Stück Arbeit vor sich haben würden, erkannten die beiden beim Kreispokalspiel gegen den FV Breidenbach. Die SG schied wie erwartet gegen den Verbandsligisten aus. Mit 0:14! Ein Unding, wie Neumann meint. „Man muss wissen, wie man gegen solch einen Gegner spielt“, betont er und führt den Auftritt des FV Bürgeln gegen Hessenligist Stadtallendorf als Beispiel an. „Damals haben wir 0:1 verloren, durch ein unglückliches Eigentor. Man muss in solchen Spielen wie eine Klette am Gegner hängen. Das ist nur eine Frage des Willens“. Und der schien den Dautphetaler Kickern zu Beginn der Punktspielrunde noch zu fehlen. Nicht im Auftaktmatch gegen den späteren Meister FV Wiesenbach, das 0:2 verloren ging, in dem die SGD aber auch nach Aussage der Gastgeber die überlegene Mannschaft war. Doch just als Horst Klein vor dem dritten Spieltag den Trainervertrag unterschrieben hatte, setzte es eine 1:5-Packung beim VfL Biedenkopf II. „Da haben wir den Schlag nicht gehört“, erinnert sich Fritz Pfeiffer. „Ich dachte, die spielen gegen mich“, verrät Klein. „Bei der Aussprache nach dem Match erfuhr ich, dass am Abend vorher fünf Mann auf dem Kartoffelfest waren“. Die Zecher zeigten sich als reuige Sünder. Ein entscheidender Moment, wie Klein feststellt. „Hätten sie nicht zu ihrem Fehler gestanden, wäre ich sofort weg gewesen“. Das letzte Saisonspiel ist das beste: „Alles, was wir vorgegeben hatten, ist 100 Prozent umgesetzt worden“ Die Mannschaft antwortete mit einem 8:3-Kantersieg gegen Kombach/ Wolfgruben, doch weitere Dämpfer blieben nicht aus. Nach der Hinrunde stand Dautphetal mit drei Niederlagen und drei Unentschieden nur auf Rang vier, mit elf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer. Nicht nur Fritz Pfeiffer ist daher bewusst: „Dass wir die noch die Chance bekommen haben, Meister zu werden, lag nur daran, dass Endbach/ Günterod die Rückrunde total in den Sand gesetzt hat“. Solche eine Chance muss man aber auch erst einmal nutzen. Und das taten die Dautphetaler mit einer überragenden Trainingsbeteiligung als Grundlage. „An einem Abend war der Mornshäuser Hartplatz eine Seenplatte“, erinnert sich Horst Klein, „doch als es dann los ging, hatten wir bei Wind und Wetter 27 Mann am Start“. Die Spieler zeigten sich lernfähig, begriffen das Wechselspiel zwischen Mann- und Raumdeckung und verinnerlichten Neumanns Motto: „Geh nie in ein Spiel, um zu sagen, wir wollen heute keine fünf kriegen – wenn du fit bist, hältst du gegen jede Mannschaft mit“. Das Team wuchs zusammen, ausgerichtet an einer Achse von fünf absoluten Leistungsträgern. Ins Tor rückte alsbald der Hüne Lorenz Müller. „Der holt alles weg, auf der Linie und auch beim rauslaufen. Er hat der Mannschaft Sicherheit gegeben“, so Klein, der die höchste Hymne selbstredend auf seinen Abwehrchef singt: „André Neumann hat ein Auge für das Spiel. Seine langen Pässe kommen millimetergenau auf den Fuß. Er ist nicht der Größte und trotzdem kopfballstark. Keiner ist so schnell und im Zweikampf so stark“. Spielmacher Benedikt Kovacevic bescheinigt er außer Technik und Schnelligkeit unbändigen Einsatzwillen. „Er hat Dampf gemacht, für zwei gearbeitet“, stellt Neumann heraus. Johann Tissen beorderte der Coach nach der Winterpause aus dem Mittelfeld in den Angriff, nicht ohne Grund: „Vorne hat er die Eins-gegen-Eins-Situationen, die er bei seiner Schnelligkeit nutzen kann“. Und ein besonders dickes Lob erntet Benjamin Großmann, der als Sechser, Außenverteidiger und auf der linken Außenbahn aushalf und als gelernter Stürmer mit 21 Buden dennoch zum Toptorjäger avancierte. In der Rückrunde geriet die SG nur noch einmal außer tritt, beim 1:2 in Kombach. Ansonsten gab es inklusive des vorletzten Spieltags ausschließlich Siege. Erzwungene, wie das 2:1 auf dem Allendorfer Hartplatz. „Das Siegtor war ein reiner Kraftakt: Kovacevic hat alles reingehängt, sich gegen drei Mann durchgesetzt und mit dem letzten Saft den Ball am Torwart vorbeigelegt“, erinnert sich Neumann. Und glanzvolle Siege, wie das 3:0 in Günterod. „Da waren wir von der 1. bis zur 90. Minute total überlegen. Ich war selber überrascht von der Truppe“, gesteht Fritz Pfeiffer. Am letzten Spieltag war der Titel greifbar nah. Es fehlte ein Sieg im „Grande Finale“ gegen Wiesenbach. Und das Team war siegesgewiss – zu sehr. Die SG versuchte mit einer Dreierkette im Raum zu spielen, was schief ging. „Vom Kopf her hatten wir schon gewonnen. Dann stand's 1:3 und es war zu spät“, ärgert sich Klein. Mut machte Neumann, „dass wir bei 35 Grad noch zum 3:3 gekommen sind“. Die Mannschaft hatte ihre Lektion für die Relegationsspiele gegen den mit einigen Kreisoberligakräften angetretenen SC Gladenbach II gelernt. Auswärts setzte die SG auf strikte Defensive. „Wir haben das 1:1 mit Mann und Maus verteidigt. Und auch bei 80 Prozent Ballbesitz für Gladenbach hat sich an der Anzeigentafel nix geändert“, ist Neumann stolz auf diese Leistung. Im Rückspiel in Dautphe ging die SG dann Risiko, bot den angeschlagenen, aber von Physiotherapeut Mario Anderwald fit gemachten Kovacevic als zweiten Stürmer neben Großmann auf. Ihn ersetzte im Mittelfeld Dennis Sartison. „Und der ,Russki' hat einfach alles abgelaufen“, freut sich Klein. Sascha Gerlach und Manuel Freund legten das Gladenbacher Sturmduo an die Kette. Dautphetal kassierte zwei Minuten vor der Pause dennoch das 0:1. „Wichtig ist aber, dass wir in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft waren“, stellt André Neumann fest. Der Mut zum Risiko wurde belohnt. Kovacevic und Großmann schlugen noch je zweimal zu. Das letzte Saisonspiel war für Horst Klein auch das beste: „Alles, was wir vorgegeben hatten, ist von Position 1 bis 14 zu 100 Prozent umgesetzt worden – zum allerersten Mal“. Und was hat man sich in der A-Liga vorgenommen. „Wir wollen nicht um die goldene Ananas spielen“, stellt André Neumann klar, was Horst Klein erläutert: „Die Vereinsführung wäre wohl mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden, aber die Ziele von uns beiden sind immer hoch gesteckt. Wir wollen um Platz eins bis drei spielen“. André Neumann überlegt kurz und sagt: „Na ja, Dritter ist ja auch Ananas“. Quelle: http://www.mittelhessen.de/lokales/region-marburg-biedenkopf/weitere-berichte-region-marburg-biedenkopf.html 30.06.2017
© 2015 - 2018 by Udo Großmann 
Besucherzaehler

Seitenaufrufe :

Zurück